TÜV fordert neuen Energieausweis für Gebäude

In einem Positionspapier fordert der TÜV Verband von der neuen Bundesregierung zusätzliche Anstrengungen, um den Klimaschutz im Gebäudesektor voranzutreiben. Ein wichtiges Vorhaben ist die Überarbeitung der Energieausweise von Gebäuden.

Laut Juliane Petrich, Referentin für Politik und Nachhaltigkeit beim TÜV Verband, liefern aktuell vorhandene Energieausweise "kaum belastbare Aussagen über den tatsächlichen energetischen Zustand eines Gebäudes“. Aus Sicht des TÜV-Verbands existieren mit dem Energieaudit nach DIN EN 16427 und dem Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO/IEC 50001 bereits wirksame Instrumente, um die Energiebilanz eines Gebäudes zu ermitteln und konkrete Verbesserungen vorzuschlagen. „Die Behörden sollten kontrollieren, ob die Gebäude die gesetzlichen Anforderungen erfüllen und Maßnahmen zur Senkung des Treibhausgas-Ausstoßes umgesetzt werden“, betont Petrich. Dafür müsse es klare Vorgaben geben, in welchen Fällen von den Hauseigentümern eine energetische Sanierung vorgenommen werden muss.

Gebäudesektor soll bis 2045 CO2-neutral werden

Für den TÜV-Verband steht neben der Einführung eines unabhängigen energetischen Monitorings eine wirkungsvolle Förderung von Modernisierungen im Fokus ihres Positionspapiers. Energieaudits und der nach anerkannten Standards ermittelte CO2-Fußabdruck eines Gebäudes sollte die Voraussetzung für eine Vergabe von Fördermitteln sein. Darüber hinaus müssen in einem nachhaltigen Gebäudesektor digitale Technologien eine größere Rolle spielen. In einer digitalen Plattform, die eine Gebäudeliste unter energetischen Gesichtspunkten zentral führt, sollten auch die Energiewerte für Bedarf und Verbrauch sowie die aktuelle CO2-Bilanz der Gebäude dokumentiert werden. Auch die notwendigen Sanierungsmaßnahmen sowie deren Umsetzung sollten in ein solches Kataster einfließen.

Die neue Bundesregierung will die nachhaltige Transformation des Gebäudesektors deutlich konsequenter vorantreiben. „Ein nachhaltiger Gebäudesektor ist für den Klimaschutz unabdingbar“, sagt Petrich. „Heute verursachen Wohngebäude und Gewerbeimmobilien rund ein Drittel der Treibhausgasemissionen in Deutschland. Hier gibt es ein enormes Potential, um zukünftig Energie einzusparen.“ Wohnhäuser und Gewerbebauten haben eine sehr lange Nutzungsdauer und leisten einen langfristigen Beitrag zur CO2-Bilanz. Daher sollten Gebäude unter dem Aspekt der CO2-Neutralität über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg betrachtet werden. „Gebäude, die heute geplant werden, müssen mit Blick auf das kommende Jahrhundert energieeffizient und nachhaltig gebaut werden“, erklärt Petrich. „Ebenso gilt es, den Gebäudebestand zu sanieren, um dessen Energie- und Ressourcenverbrauch deutlich zu verringern.“

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